Logo von www.Kochen-nach-Zahlen.de - Kochen kann so einfach sein, wenn man's kann.

Rezept 1: Grillen - super Sache

Einführung / Geschichte
Das Grillen über offenem Feuer ist die wohl ursprünglichste Art des Garens von Lebensmitteln. Schon der Urmann hat das Fleisch, welches er auf seinen beschwerlichen Streifzügen durch die Wildnis aus den Rippen gefährlicher Biester geschnitten hat, über offenem Feuer zubereitet. Seit dieser Zeit mögen sich die Rollen von Mann und Frau verändert haben. Beim Grillen aber ist alles beim Alten geblieben. Auch hält sich seit dieser Zeit die Meinung, Fleisch schmecke nur dann, wenn es direkt über Holz- bzw. Holzkohle gegart worden sei. Gasgrill und Alufolie seien die Feinde des guten Geschmacks. Da kann ich nur sagen: stimmt genau! Erst wenn die Aromen von Rauch und Holz richtig tief ins triefende Lendenstück eingedrungen sind, schmeckt Gegrilltes nach Gegrilltem. Wer aus Gründen des Umweltschutzes, aus Bequemlichkeit oder wegen der geruchsempfindlichen Nachbarn keinen ordentlichen Grill anschmeißen kann, tut mir herzlich leid. Na immerhin lassen sich die kalt leuchtenden, blassen Elektro-Grills oder Gas-Grills besser reinigen als so ein schwarzer, uriger Holzkohlegrill.

Was man(n) zum Grillen braucht
Die hier aufgeführten Dinge brauchen Sie direkt zum Grillen und für den Grillmeister.
Ich gehe davon aus, dass Sie sich für einen Holzkohlegrill entschieden haben.

1. Holzkohle: Holzkohle aus dem Erzgebirge ist die beste und sollte zum Grillen bevorzugt genutzt werden.

2. Grill: Auf den richtigen Grill kommt es an! Genaueres weiter unten.

3. Grillanzünder: Ob fest oder flüssig, ist relativ egal, er muss nur zum Anzünden der Holzkohle geeignet sein. Aus eigenen Erfahrungen muss ich an dieser Stelle vom Einsatz von Benzin und Diesel abraten, diese zwei brennbaren Flüssigkeiten bringen die Holzkohle zwar schnell zum Brennen bzw. zum Glühen, aber sie beeinflussen den Geschmack des zu grillenden Objektes eher nachteilig.

4. Streichhölzer: Ein Feuerzeug geht natürlich auch, aber Streichhölzer sind cooler.

5. Bier: Bier benötigen Sie für zwei Dinge: 1. zum Löschen der Flammen beim Grillen - mehr dazu weiter unten - und 2. zum Löschen von Durst. Da die Temperatur in Grillnähe in der Regel recht hoch ist, vorausgesetzt, Sie haben alles richtig gemacht, schwitzen Grillmeister meistens wie Eisbären im Zoo.

6. Fleisch und pflanzliche Produkte: In der Regel kann alles gegrillt werden, was Augen hatte (Kühe, Schweine, Schafe, Hühner, Schwiegermutter) oder im Garten wächst (blaue oder rote Kartoffeln, Mais, Paprika). Ihr Geschmack und Ihre Vorlieben sind in jedem Fall entscheidend.

7. Feuerlöscher: Den Feuerlöscher sollten Sie beim Grillen immer bei der Hand haben, schnell ist beim Anzünden der Holzkohle was passiert oder der Grill umgefallen.

8. Luftzuführungsgerät: Um das Durchglühen der Holzkohle zu beschleunigen, kann man verschiedene Hilfsmittel benutzen. Ein Hilfsmittel hat sich in der Vergangenheit gegen allen neumodischen Kram durchgesetzt: die Pappe. Gemeint ist nicht das bekannteste ostdeutsche Automobil, sondern ein Stück Karton. Diese Pappe kann von einer Verpackung stammen, vielleicht vom neu gekauften Grill selbst. Besserwisser benutzen Handgebläse, die mittels Kurbel oder Batterie betrieben werden, das ist ja kein Problem, aber in etwa so professionell wie ein Handspiel beim Fußball.

9. Notrufnummern: Sie sollten sämtliche Notrufnummern bei der Hand haben, das hat sich in meiner Vergangenheit immer als Vorteil erwiesen. Die wichtigsten Nummern sind die der Feuerwehr und des Rettungsdienstes. Auch die Nummern Ihres Versicherungsfritzen und des örtlichen Bestatters sollten sie notiert haben.

Der Grill
Als Erstes brauchen wir einen Grill. In vielen Baumärkten werden Grills angeboten. Viele davon lassen sich getrost in der Warenklasse "Schrott" einordnen. Daher sollten Sie sich möglichst an einen Fachhändler wenden, der kann Ihnen dann auch das eine oder andere Modell vorführen. Sie sollten auch nicht zu sehr aufs Geld schauen: Wenn Sie einmal gegrillt haben und dabei auf den Geschmack gekommen sind, brauchen Sie einen Grill bis zum Ende Ihres Lebens. Von daher lohnt sich die Anschaffung eines Grills für den gehobenen Anspruch.

Das Wetter
Ein Profigriller grillt immer unter freiem Himmel, daher braucht er schönes Wetter. Amateure und Gelegenheitsgriller stellen ihren Grill unter eine Überdachung oder bauen sich Grillhäuschen. Solche Leute haben auch nichts anderes verdient als Nieselregen. Sollten Sie unter einer Überdachung grillen, so achten Sie bitte auf den Brandschutz - schnell fangen brennbare Dinge nahe des Grills Feuer. Auch sollten Sie einen Feuerlöscher schnell bei der Hand haben.

Grillgut
Grillen kann man fast alles! Der Mann gibt allerdings solchem Grillgut den Vorzug, das vormals Augen hatte (Kühe, Schweine, Schafe, Hühner, Schwiegermutter). Die Frau hingegen grillt am liebsten Spargelspitzen, Paprika und angebissene Brötchenhälften. Wer beim Grillen das Sagen hat, sieht man deshalb daran, dass die Würste immer in der Mitte liegen und das Hasenfutter am Rand. Frauen und Grillen. Das ist ein Thema wie Männer und Fensterputzen. Deshalb kommt den Frauen beim Grillen seit Urzeiten eine andere Aufgabe zu. Sie schnippeln Salate, streiten über die beste Majonäse und holen dem Grillmeister und seinen Gehilfen Bier aus dem Kühlschrank.

Das Feuer
Oft stellen sich dem Anfänger oder dem Ungeübten folgende Fragen, einige scheitern schon hier:

- Woher bekomme ich die Holzkohle?
- Wie zünde ich die Holzkohle an?
- Wie viel Holzkohle brauche ich?
- Wann ist die Holzkohle richtig durchgeglüht?

Dem Grillmeister stellen sich diese Fragen schon lang nicht mehr. Er hat seinen Grill immer einsatzbereit und er hat sich die Holzkohle schon im Winter besorgt. Der Grillmeister weiß, dass er ca. 5 Kilo Holzkohle für 6 hungrige Leute braucht. Die Holzkohle türmt er in seinem Grill zu einer Pyramide auf und verteilt ca. 200 ml flüssigen Grillanzünder auf der Holzkohle. (Aus eigenen Erfahrungen muss ich an dieser Stelle vom Einsatz von Benzin und Diesel abraten, diese zwei brennbaren Flüssigkeiten bringen die Holzkohle zwar schnell zum Brennen bzw. zum Glühen, aber sie beeinflussen den Geschmack des zu grillenden Objektes eher nachteilig.) Dann holt er sich erst mal ein Bier; in dieser Zeit kann der flüssige Grillanzünder eine innige Verbindung mit der Holzkohle eingehen. Nach der Rückkehr zündet der Grillmeister ein Streichholz an und mit diesem Streichholz zündet er dann den flüssigen Grillanzünder an. Der Grillmeister hält selbstverständlich den nötigen Sicherheitsabstand ein, denn der Grillmeister kennt aus den guten alten Schulzeiten noch, was eine Kettenreaktion ist. Für die, denen die Kettenreaktion unbekannt ist, möchte ich hier aus Sicherheitsgründen einen Absatz einfügen.

Kettenreaktion:
Der Grillmeister zündet das Streichholz an > mit diesem Streichholz zündet er den flüssigen Grillanzünder an > der flüssige Grillanzünder zündet die Holzkohle an > bei geringen Sicherheitsabständen zündet der flüssige Grillanzünder bzw. die brennende Holzkohle dann wiederum den Grillmeister an. Das kann eine Gartenparty schnell beenden, und der Grillmeister lernt schnell neue Freunde in weißen Mänteln kennen, oder die Familie und Gäste lernen vielleicht zum ersten Mal die Leute vom örtlichen Bestattungsunternehmen kennen. Sollte es zur Kettenreaktion gekommen sein, müssen die Telefonnummern der örtlichen Feuerwehr und des örtlichen Rettungswesens zur Hand sein.

Sind die Flammen erloschen, führen einige Grillmeister zusätzlich externe Luft mittels eines kraftvoll durch die Luft bewegten Pappdeckels zu. Das Wedeln des Pappdeckels beim Grillen ist eine Wissenschaft für sich. Die Meinungen gehen weit auseinander, ich muss deshalb auf die einschlägige Fachliteratur verweisen. Das Wedeln verkürzt die Zeit, die die Holzkohle zum Durchglühen braucht. Aber bei den Profis ist diese Methode verpönt, sie lassen der Holzkohle die Zeit zum Durchglühen - oft trinken sie in dieser Zeit zwei oder drei Biere. Man erkennt, dass die Holzkohle durchgeglüht ist, daran, dass sie nicht mehr raucht und dass weiße Asche die Holzkohle bestäubt. Wenn die Holzkohle durchgeglüht ist, kann man die zu grillenden Objekte auf den Rost des Grills legen. Dann wartet man eine Weile, dreht die Objekte, wartet eine weitere Weile, und: fertig, Essen fassen! Nun, jetzt werden Sie sich bestimmt fragen: Woran erkennt man, wann das zu grillende Objekt gegart ist? Das liegt an Ihnen, Ihnen muss es schmecken. Einige bevorzugen das Fleisch noch schön blutig. Einige wollen es lieber in der Festigkeit einer Schuhsohle haben. Probieren Sie es aus, vielleicht ist aber der Mittelweg genau richtig für Sie. Sollten sich Flammen im Grill bilden, oft durch heruntertropfendes Fett hervorgerufen, sollten Sie eine Flasche Bier zum Löschen der Flammen bei der Hand haben.

Wissen Sie, wie Sie die Flammen mit dem Bier löschen können? Nein? Nicht einfach das Bier in die Flammen schütten, wenn Sie das machen, outen Sie sich als Anfänger und liefern sich dem Gespött der Zuschauer aus.

So wird es gemacht
  1. Daumen auf die Öffnung der Bierflasche pressen.
  2. Bierflache leicht schütteln, dabei die Flasche weiter mit dem Daumen verschlossen halten.
  3. Nun die Flasche um 180 Grad drehen, Flaschenöffnung ist zum Erdboden gerichtet.
  4. Nun wird der Daumen, der die Flaschenöffnung verschlossen hält, leicht so zur Seite bewegt, dass sich eine kleine Öffnung bildet. Nun spritzt das Bier aus dieser Öffnung.
  5. Richten Sie nun den Bierstrahl auf die zu löschende Flamme. Achten Sie bitte darauf, dass der Bierstrahl nicht zu stark ist. Wenn der Bierstrahl zu stark ist, löschen Sie schlimmstenfalls die gesamte Glut, bestenfalls wirbeln Sie die Asche auf. Diese Asche klebt dann an Wurst und Spargelspitze. Das freut weder Mann noch Frau.
Die Holzkohle muss brennen. Schön durchglühen lassen. Lecker Lamm-Fleisch. Aus eigener Schlachtung.
Die Holzkohle muss brennen. Schön durchglühen lassen. Lecker Lamm-Fleisch.
Aus eigener Schlachtung.
Grill von der Seite. Nachwürzen ist erlaubt. Wer bekommt da nicht Appetit.
Grill von der Seite. Nachwürzen ist erlaubt. Wer bekommt da nicht Appetit.
So sollte die Glut aussehen. Fertig!? Nachschub für die Hungrigen.
So sollte die Glut aussehen. Fertig!? Nachschub für die Hungrigen.
Alles aufgebraucht! Holzkohle und Löschwasser. Der letzte Grillkäse oder war es der Fisch?
Alles aufgebraucht! Holzkohle und Löschwasser. Der letzte Grillkäse oder
war es der Fisch?
Abends wird es schnell kalt, da wärmt so ein schönes Feuer, der Müll und die Reste können dabei gleich mit verbrannt werden.
Abends wird es schnell kalt, da wärmt so ein schönes Feuer, der Müll und die Reste können dabei
gleich mit verbrannt werden.

Sie sehen, bei gut gewählten Zutaten und Gästen macht Grillen satt und richtig Freude.

Viel Spaß beim Nachmachen.

Ihr Webmaster
wort


Für alle, die keine Lust oder keine Zeit zum Kochen haben, gibt es auch eine Lösung - den Hunger-Notruf.
Impressum | Datenschutzerklärung | Urheberrecht